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Das männliche und das weibliche Motiv
 
Die bei­den be­lieb­tes­ten gro­ßen Mo­tiv­ka­te­go­rien un­se­rer be­kann­ten Mu­sik­ge­schich­te sind die des männ­li­chen und des weib­li­chen Mo­tivs.

 
Die beiden beliebtesten Motivkategorien
 
Sie fin­den ih­re Voll­en­dung im ers­ten Satz der Sin­fo­nie – in der Kunst der So­na­te.

 
 
Die­ser Satz der Sin­fo­nie, der im­mer in So­na­ten­form ge­hal­ten ist, re­prä­sen­tiert ge­ra­de­zu die dra­ma­ti­sche und ver­spiel­te Aus­ein­an­der­setz­ung männ­li­cher und weib­li­cher Qua­li­tä­ten – den Weg ge­gen­sei­ti­ger mensch­li­cher Un­ter­stüt­zung auf dem We­ge zum Glück.

 
 
Das männ­li­che The­ma – ide­a­ler­wei­se männ­li­che Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten dar­stel­lend – ist meist herb, rhyth­misch mar­kant, ge­stal­te­risch ak­tiv und nach Ver­än­de­rung stre­bend.

 
Die männliche Motivwelt
 
So ver­kör­pert das männ­li­che The­ma das schöp­fe­ri­sche auf­bau­en­de, aber auch das auf­lö­sen­de zer­stö­re­ri­sche Prin­zip.

 
Das schaffende und das zerstörende Prinzip
 
Sein na­tür­li­cher Ge­gen­spie­ler, das weib­li­che The­ma, ist zart, ein­schmei­chelnd und um Er­hal­tung der be­ste­hen­den Ord­nung be­müht.

 
Die weibliche Motivwelt
 
Da­her ver­kör­pert das weib­li­che The­ma das er­hal­ten­de Prin­zip – wo­bei es die Wo­gen der ge­le­gent­lich scharf­kan­ti­gen männ­li­chen Ge­stal­tungs­kraft et­was ab­run­det und so den na­tür­li­chen Fluß der Kom­po­si­tion auf­recht­er­hält.

 
Das erhaltende Prinzip
 
Die Ka­te­go­rien des männ­li­chen und des weib­li­chen Mo­tivs sind je­doch nur ein Aus­schnitt aus der Welt der Mo­ti­ve, und sie stel­len nicht ein­mal die höchs­ten Wert­ka­te­go­rien in der Mo­tiv­welt dar.
So wie es Prin­zi­pien gibt, die dem männ­li­chen und weib­li­chen Ele­ment über­ge­ord­net sind, so gibt es auch Mo­ti­ve, die über dem männ­li­chen und dem weib­li­chen Mo­tiv ste­hen.

 
Vielfalt der Motivwelten
 
Die Kom­po­nis­ten wäh­len zu un­ter­schied­li­chen Zei­ten – in ganz un­ter­schied­li­chen Kul­tur­epo­chen und auf un­ter­schied­li­chen Kul­tur­stu­fen – die Mo­ti­ve ih­rer Zeit.

 
Die Motive der Zeiten






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