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„Aber sie hat kein Herz und kein Ge­fühl. Wir re­a­gie­ren in­tel­lek­tu­ell, nicht emo­tio­nell auf sie. Und so, ob­wohl als Ex­pe­ri­ment al­ler­lei zur Ver­tei­di­gung all die­ser Mu­sik ge­sagt wer­den könn­te, ist sie mei­ner Mei­nung nach ein künst­le­ri­scher Fehl­schlag.

Dann – ohne fei­er­lich zu sein – „mo­der­ne Mu­sik“ ist häß­lich. Und Mu­sik, dar­auf be­ste­he ich, muß vor al­lem schön sein.

Ich ver­ste­he nicht die Ar­gu­men­te der Kom­po­nis­ten, die mir weis­ma­chen wol­len, die Mu­sik un­se­rer Zeit müs­se häß­lich sein, da sie der Aus­druck ei­nes häß­li­chen Jahr­hun­derts wä­re. Wozu braucht ein häß­li­ches Zeit­al­ter Aus­druck? Und was bleibt der Mu­sik sonst noch, wenn sie al­ler Schön­heit ent­blößt ist! Wel­che Mis­si­on hat sie dann, als Kunst? Nein.

Theo­rien mö­gen sehr schön sein. Aber ein Künst­ler soll­te sei­ne Mu­sik nicht nach Theo­rien schrei­ben.

Er soll­te mu­si­ka­li­sche Schön­heit aus sei­nem Her­zen her schaf­fen, und er soll­te in­ten­siv füh­len, was er schreibt.“

Maurice Ravel
 
                   
                   
C L A S S I C   L I F E
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